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Leiden, Leben, Lachen
 

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Leiden - Leben an der Grenze, Borderline 1

Die Depressionen sind nur ein Teil meines Krankheitsbildes und gehen Hand in Hand mit Borderline.

Häufig wird Borderline nur in den Zusammenhang mit "Ritzen, Sex und Emo sein" gebracht. Jedoch trifft das nicht ansatzweise den Kern. Es ist einfach nur ein Name für eine Ansammlung von Symptomen von denen ein Patient mindestens 5 Kategorien erfüllen muss. Selbstverletzendes Verhalten(SVV) ist nur ein geringer Teil davon. Hauptsächlich geht es um Extreme, meist wird das schwarz-weiss Denken angeführt.

Ich habe gelernt, dass es eben nicht wie bei körperlichen Krankheiten "DIE Grippe, DIE Entzündung und sogar DER Krebs" eine genau kategorisierte Krankheit ist mit einem genauen Ablaufplan und Heilmittel (oder eben nicht).
Stattdessen können Selbst oft Betroffene mit dieser Diagnose wenig anfangen, nur weil sie gestellt wird heisst es auch nicht, dass sich ab jetzt irgendetwas ändert weil ein Name gefunden ist. Letztlich ist es auch nichts anderes als eine Bezeichnung für eine Ansammlung unterschiedlicher Symptome aus vielen.
Und genau das ist die Große Schwierigkeit, da es sich bei jeder betroffenen Person anders äußert, ich hatte eine Freundin, selbst Diagnose Borderline, die manche meiner Handlungen überhaupt nicht nachvollziehen konnte, da sie in der Hinsicht kaum Probleme hatte, genauso wie anders herum.

Andererseits lernte ich auch in der Klinik jemanden kennen, der mir so sehr ähnelte, dass ich innerhalb weniger Tage eine so tiefe Bindung aufgebaut hatte, dass man es Liebe nennen konnte. Jedoch eine ganz andere Art als sexuelle Liebe. Es war das Gefühl eins zu sein, das erste mal wirklich verstanden zu werden, ohne Rechtfertigungen. Sich schon bei der ersten Unterhaltung ohne Worte zu verstehen und gegenseitig unsere Sätze zu beenden. Das war für mich das erste Mal soetwas zu erleben und bis jetzt völlig einzigartig.
Aber: dadurch wurde ich beeinflussbar und manipulierbar, ich habe es das Erste mal selbst erlebt wie es als Angehöriger sein muss, durch den harten, unverschönten Spiegel. Eine Person die dir so Nahe steht, die dir so wichtig ist verwandelt sich von Einen Moment auf den anderen in jemanden der dich nur leiden sehen will. Dadurch, dass ich wusste dass es Attacken sind, und nicht ernst gemeint Ertrug ich jeden Tag alle Beschimpfungen und sah mich zum ersten mal in der Rolle meines Freundes, der bis dahin alles abbekommen hatte.
Das gibt mir die Möglichkeit sowohl als "Angehöriger" und Betroffener zu sprechen, was ich in der Nächsten Zeit versuche darzustellen, um eventuell auch nur einer Person, egal ob Angehöriger oder Betroffener etwas die Angst zu nehmen

22.4.16 09:46, kommentieren

Leiden - das Labyrinth Depression 1

Die Wege hinein sind meist zu leicht. Hinaus? Eine Lebensaufgabe.

Jedem der an dieser Krankheit leidet und auch für alle Angehörigen ist es eine große Belastung. Ich kann niemandem Erleichterung verschaffen aber eventuell eine kleine Orientierung durch den Irrgarten bieten.

Mein Weg führte mich recht bald nach dem Abitur und anschließendem Auszug für ein Studium an den Rand der Verzweiflung. Ohne vorgegebene Strukturen wie Schule, Haushalt und sogar Essen hatte ich keinen Boden mehr unter meinen Füßen.
Dieser Zustand dauerte beinahe 2 Jahre bis ich in der Lage war etwas für mich zu tun. Es folgte der Gang in die Ambulanz einer Klinik und ich kam zum ersten Mal in Kontakt mit Antidepressiva, jedoch war die Wirkung in Verbindung mit monatlichem Therapiekontakt nicht ausreichend und so kam mein Arzt zu dem Schluss, dass er mir in diesem Rahmen nich helfen kann und riet mir mich stationär in die Klinik einweisen zu lassen.
Ich hielt mich an seinen Rat und war dann 5 Monate vollstationär und 1 Monat teilstationär in Behandlung. Entlassen wurde ich instabil, sowie arbeits- und studierunfähig.
Die Depression an sich besserte sich kaum über den ganzen Aufenthalt hinweg und ich fragte mich lange ob ich es überhaupt schaffen kann. Was ich allerdings gelernt hatte war Selbstbeobachtung und anschließende Reflektion. Ich wurde zunehmend gelassener, bedachter und lernte Anzeichen und Symptome einzuordnen. So konnte ich reagieren und einschreiten was mir half langsam an Lebenswillen zu gewinnen.

Momentan, ca. ein halbes Jahr nach der Entlassung aus der Klinik, bin ich noch in einer Orientierungsphase und weiss noch nicht Recht wo mein Leben hin verlaufen soll.Aber eine Frage die mich früher lange beschäftigt hielt konnte ich mir beantworten.
Wofür der ganze Aufwand, will ich überhaupt Leben?
Nun kann ich endlich antworten: Ja, für mich.

Das sind jedoch nur ein paar kleine Stationen auf meinem Weg durch das Labyrinth. Ich kann viel über Irrwege berichten, sowie die Gründe die es überhaupt für mich formten und zur Realität werden ließen.Da es für mich ein großer Schritt ist überhaupt etwas über mich zu verfassen möchte ich mich jedoch erst mal darauf beschränken aus der Angst heraus wie Menschen über mich urteilen könnten.Ich hoffe dass es jemandem hilfreich sein könnte.

22.4.16 09:46, kommentieren